Heimatverein Ottmarsbocholt e.V.
Cover Heimatbuch erste urkundliche Erwähnung Ottmarsbocholts

Unser Heimatbuch

Ottmarsbocholt
Das Alte verstehen, dem Neuen begegnen

Unter diesem Namen brachte der Heimatverein im Jahr 2000 anlässlich seines 25. Jährigen Bestehen das Heimatbuch heraus. Es ist die Geschichte eines Dorfes.

Nein, es ist die Geschichte unseres Dorfes.

Sollten Sie Interesse am Kauf eines Exemplares unseres Heimatbuches sein, wenden Sie sich bitte an die:
Druckerei Rave, Dorfstrasse 33 48308 Ottmarsbocholt, Tel.: 02598 / 98850
Ebenfalls können Sie dort auch noch Ausgaben der Reihe "Ottmarsbocholt Geschichte Geschichten" erwerben.

Folgendes Gedicht finden Sie im Buch auf Seite 205. Es wurde von Schwester M. Ludgerianis geb. Potthoff im Mai 1968 verfasst:

Ottmarsbocholt!
Aus der Ferne siehst du, Heimat anders aus.
Liebes Dorf, ich hab dich gerne,
dort steht ja mein Elternhaus.
1816 - Da war die Ernte ganz mißraten.
Im Münsterland war Hungersnot.
Kartoffeln, Getreide - keine Saaten!
Auswärts kaufte man teures Brot.
Auf dem Dorfplatz in der Mitte
hat der Herrgott seinen Thron.
Dort beten, singen nach alter Sitte
Christen mehr als tausend Jahre schon.
1818 - Auf der Holterstraße brannten
fast alle Häuser in der Juninacht.
Welche Not! - Alle löschten, rannten!
21 Familien hat das Feuer obdachlos gemacht.
Als der große Bischof Ludger
kam aus "Mimigardeford",
lehrte er die vielen Heiden
und schaffte fremde Götter fort.
Doch siegte das große Gottvertrauen,
und nach einem halben Jahr,
durch fleißiges Helfen und Bauen
standen neue Häuser wieder da.
War aus Holz das erste Kirchlein,
war es doch ein Gotteshaus,
und ein Überreicher Segen
ging von dieser Stätte aus.
1836 - Nochmals stand das Dorf in Flammen!
1836 schreibt der Chronist.
Die Bürger halfen und bauten zusammen
die jetzige "Neustrasse" wie ihr wisst.
Ringsum scharten sich die Häuser unsrer Ahnen.
Still und froh lebten sie,
arm und zufrieden,
wenn auch unter'm Dach von Stroh.
Am Dorfrand lag die große Heide,
da, wo die Eichen-, Birkenwälder stehn.
Dorthin trieb man die Kühe auf die Weide.
"Wer sucht die Kühe? Wir wollen melden gehen!"
Als ein Jahrtausend war vergangen,
stand ein neues Gotteshaus,
und tausendvierhundert Christen
ging gläubig ein und aus.
1841 - Das Heideland wurde nun vergeben,
jedem wurde sein Teil zugedacht.
Es konnten alle frei und sorglos leben,
als nun die Davert war urbar gemacht.
Ein jeder hat sich durchgerungen
in unserem kleinen Heimatort,
manch großes, schweres Leid bezwungen.
Es steht geschrieben hier und dort.
1879 - 1891 waren die schweren Hageljahre
im Juli, vor der reifen Erntezeit.
Vor solchem Unheil, Herrgott, uns bewahre,
das täglich Brot gib uns zu aller Zeit!
1798 - Siebzehnhundertachtundneunzig -
kurz erwähne ich es nur -
starben hier in unserm Dorfe
150 Menschen an der Ruhr.
Von Kriegen ist schon viel gesprochen,
davon reden wir jetzt nicht.
Manch Familienglück ist zerbrochen.
Wir wollen Frieden, Freud und Licht.
1800 - Ein Orkan, wie es keiner je erlebte
hier und in der Gegend rundherum.
Häuser, Scheunen stürzten, bebten,
dicke Eichen, Pappeln fielen um.
Laß uns Pilger hier auf Erden,
Maria holde Maienkönigin,
einst deine Himmelsbürger werden!
Wir grüßen dich mit frohem Sinn.
1810 bis 1815 - Franzosen, Russen und Kosacken
lagen 5 Jahre im Quartier.
Was nützte es, sich abzurackern?
Sie raubten, plünderten, war'n grausam hier.
Schw. M. Ludgerianis geb. Potthoff Mai 1968